In der Schulmedizin versuchen wir bei Asthma bronchiale die Symptome mit Kortison zu beruhigen. In schweren Fällen gibt es heute auch Biologika als Add-on Therapieoption, die für einige schwerstbetroffene Patienten (ca. 10 %) ein Segen sind.
Was aber oft ausser Acht gelassen wird, ist die Frage, wie es dazu kommen konnte. Warum habe ich auf einmal Asthma? – hast Du Dich vielleicht auch gefragt. Gerade das nicht-allergische Asthma ist wie eine Art Autoimmunerkrankung der Atemwege (Bronchien). Auch wenn noch nicht genau geklärt ist, wie der genaue Pathomechanismus aussieht, kann man sagen, dass das Immunsystem ausser Rand und Band ist.
Vor ein paar Jahren wurde ich als Lungenfachärztin selbst zur Betroffenen.
Nach der Geburt meines zweiten Kindes, privaten und beruflichen Umbrüchen sowie einer schwerer verlaufenen Corona-Infektion wurde ich auf einmal sehr infektanfällig und entwickelte ein Asthma bronchiale. Regelmässig war ich auf mein Kortisonspray angewiesen, und dies trotz gesunder Lebensweise, einer Halbtagsstelle und subjektiv ausreichend Erholungszeiten. Ich war frustriert und begann, mich auf die Suche nach nachhaltigen Lösungen zu begeben.
Retrospektiv kann ich sagen, dass mich einzelne ungezielte Strategien nicht weitergebracht haben. Erst als ich begriffen habe, dass nur ein ganzheitlicher Ansatz meine Beschwerden nachhaltig bessern kann und ich systematisch wieder Ordnung in mein Chaos gebracht habe, konnte ich schrittweise Kontrolle erlangen. Dabei war es wichtig herausfinden, was ich persönlich brauche, um wieder in die Balance zu kommen ohne mich dabei zu überfordern. Aktuell bin ich seit über 22 Monaten beschwerdefrei und nicht mehr auf Kortison angewiesen, obwohl ich heute mehr leiste denn je. Das heisst, ich bin wieder anpassungsfähig (regulationsfähig) geworden.